Teamsport Nordicstyle - Eine Orientierungshilfe

Grundsätzliches zur Vorbereitung von Einzelhunden (1-2 Hunde) auf den Nordicstylesport

Sowohl die Trainingsbedingungen, als auch die sportlichen Ambitionen der einzelnen Sportler sind oft sehr unterschiedlich. Deshalb verzichte ich - wo möglich - auf klare Trainingsanweisungen, exakte Zahlen und Maßeinheiten.

Der Nordicstylesport mit seinen Klassen Pulka, Skijöring und Dogbiking/Scooter, ist ein außergewöhnlicher Teamsport. Warum? Ganz klar, ein solches Team besteht aus unterschiedlichen Partnern: Hund und Mensch. Ihre Kommunikationswege/-mittel sind verschiedenartig ausgebildet.
Wollen die Partner ihre sportliche Leistung mit Spaß und Freude erbringen, muss das Team harmonieren. Harmonie und Leistungsfähigkeit im Team werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

Individuelle Eignung: körperliche Voraussetzungen - Trainingszustand - Gesundheit

Individuelles Umfeld: Trainingsbedingungen/-methode - Zeitaufwand - Ernährung/ Ausrüstung

Kommunikationsfähigkeit im Team (Appell beim Hund - Fachwissen beim Hundeführer)

Unabhängig davon, ob wir den Nordicstylesport als reine Freizeitbeschäftigung sehen oder im weitesten Sinn leistungssportlich orientiert sind, müssen die Ziele mit den gerade genannten individuellen Rahmenbedingungen in Einklang stehen. Deshalb sollten wir uns vor Beginn mit dem Sport unbedingt einige Fragen stellen:

Welche Erwartungen stelle ich an mich und den Hund?

Welche sportlichen Ziele strebe ich an - überfordere ich damit mich selbst oder den/die Hund(e)?

Wieviel Zeit kann ich für Hund(e) und Hundesport aufbringen?

Wieviel Zeit kann ich für das eigene Training aufbringen?

Welche finanzielle Mittel kann/will ich investieren?

Welche Rahmenbedingungen finde ich vor?

Der Ehrgeiz des Partners Mensch muss mit der Leistungsfähigkeit des Partners Hund, von Mushern gerne als „desire to go“ bezeichnet, übereinstimmen. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt, d.h., unsere Leistungsfähigkeit muss mit der Leistungsbereitschaft des Hundes übereinstimmen, nur so entsteht die in unserem Sport so wichtige Harmonie im Team.

Was oft vergessen wird, aber ganz besonders bei Einzelhunden zum Tragen kommt, ist die Kommunikation zwischen Vierbeiner und Mensch. Ohne ein ausgeprägtes Verständnis zwischen beiden nutzen weder ausgefeilte Trainingsmethoden, noch ein optimiertes Umfeld oder beste körperliche Voraussetzungen besonders viel.
Je höher die Ziele gesteckt sind, um so differenzierter muss die Kommunikationsfähigkeit im Team sein. Wir brauchen also einen vierbeinigen Partner, der möglichst ansprechbar, motivierbar und zuverlässig in seinen Reaktionen ist. Das Tier muss personenorientiert sein, es muss uns als Rudelführer akzeptieren. Der Fachmann spricht von einem ausgeprägten Appell. Dieser Hund will uns gefallen, wir erreichen ihn z.B. über seinen Spieltrieb. Der Appell ist individuell, aber auch rassebedingt unterschiedlich stark ausgeprägt, doch jeder Hund spricht auf Animation, Zuwendung und fachgerechte Ausbildung an.
Auf diesem Gebiet liegt nach meinen Beobachtungen ein großes Entwicklungspotenzial in unserem Sport.

Auch hier gilt die alte Musherweisheit: Der Hund macht keine Fehler!

Der Partner Hund ist abhängig von den Entscheidungen und der teaminternen Kommunikationsfähigkeit des Partners Mensch. Wir müssen bereit sein, die Denkwelt, sprich die Verhaltensmuster, der vierbeinigen Sportler zu verstehen.
Wollen wir Skijöring, Pulka oder auch Dogbiking mit Spaß und Erfolg betreiben, muss der Hund positive Assoziationen damit verknüpfen.
Vor der sportartspezifischen Ausbildung steht immer die allgemeine Ausbildung des Hundes, z.B. als Begleithund - auch Hundesport wie Agility oder Breitensport eignen sich hervorragend. Hier legen wir den Grundstock für die spätere Ausbildung zum Nordicstylehund. Sozialverhalten, Aufmerksamkeit, Bindung und Spaß am gemeinsamen Arbeiten werden gefördert. In die allgemeine Ausbildung lassen sich leicht Nordicstyle-Elemente, wie Richtungskommandos oder das stressfreie Passieren von Menschen und Artgenossen, einbauen.

Die spezielle Ausbildung, das Training für den Nordicstylesport besteht aus zwei gleich wichtigen Komponenten:

Erlernen und Trainieren der Skitechnik

Ausbildung und Training der Hunde

Ausbildungsziel ist ein gut sozialisierter, kommandosicherer, durchtrainierter und ausdauernder Galopper.

Ausrüstung und Trainingshilfsmittel:
Zuggeschirr, Verbindungsleine mit Ruckdämpfer, Bauchgurt, dazu kommen Ski und Pulka, sowie Bike/Roller, eventuell Rodelschlitten, Zusatzgewichte, eine Führleine, optional: Packtaschen für Trekkingtouren oder ein Kanu für das sommerliche Schwimmtraining.
Ausbildung und Training teilen sich auf in die Geschirrzeiten (Zugtraining) und geschirrfreie Zeiten (zugfreies Training).
Der jeweilige Anteil am Gesamttraining variiert je nach Ausbildungsstand und Trainingsphase.
Die geschirrfreie Trainingszeit darf nach meinen Erfahrungen bei 50-70% der Gesamttrainingszeit liegen, ist aber vom Appell des Hundes und den jeweiligen Rahmenbedingungen für das Training abhängig. Geschirrfreies Training bringt Auflockerung und Abwechslung, der Hund trainiert sich spielerisch selbst. Dazu begleitet er uns freilaufend, wenn es sein muss, natürlich zugfrei an der Führleine beim Laufen oder Biken auf unbefestigten Wege. Wer die Möglichkeit hat, seinen Hund im Sommer schwimmen zu lassen, sollte das nutzen, um diesen mit ein bis zwei wöchentlichen Einheiten gelenkschonend aufzubauen. Hier kommt zwecks besserer Kontrolle das Kanu zum Einsatz. Einzelne Nordicstyler nutzen bei Bergwanderungen auch Packtaschen, um ihren Hund zu konditionieren. Anfängern empfehle ich, vor dem Beginn mit Schwimmtraining oder Packtaschenwanderungen den Rat erfahrener Sportler einzuholen.
Beim Zugtraining und nur zu diesem Zweck trägt der Hund sein Zuggeschirr. Über eine mit Ruckdämpfer ausgestattete Leine ist der Hund direkt mit unserem Bauchgurt oder mit dem Bike/Roller verbunden. Beim Pulkafahren ist der Hund mit dem Zuggeschirr zwischen dem Pulkagestänge eingespannt. Die Verbindungsleine ist dann an der Pulka fixiert.
Das Zugtraining ist so zu gestalten, dass immer eine leichte Zugspannung auf der Verbindungsleine anliegt. So stabilisiert sich das gesamte Team, dies gilt ganz besonders für das Training mit dem Bike, sowie bei Off-Snowrennen. Hier werden die meisten Fehler gemacht und die Gefahr, Hunde zu verheizen, ist sehr groß.

Merke: Das Tempo bestimmt immer der Hund!

Der auszubildende Hund, egal ob Welpe oder erwachsen, darf uns möglichst von Anfang an zum Training begleiten, natürlich erst mal nur zum Schauen und Lernen. Der Hund lernt Bike, Skistöcke (Stockläufe) und im Winter die Ski kennen. Im Idealfall ist schon ein ausgebildeter Hund in der Familie, so hat der Neue einen Lehrer, dem er versucht nachzueifern. Fehlt dieser Lehrer, muss der Sportler diese Rolle übernehmen, d.h. neben der schon erwähnten allgemeinen Hundeausbildung viel gemeinsames Spielen, um so eine starke Bindung zu seinem Vierbeiner aufzubauen. Möglichst oft Trainingstreffen mit Nordicstyle-Kollegen arrangieren!

Wer die Möglichkeit hat, seinen Hund stressfrei in einem Nomestyleteam mitlaufen zu lassen, sollte dies gelegentlich nutzen. Für den späteren Einsatz im Nordicstylesport ist es sehr wichtig, dass der Hund seine Übungen auch solo absolviert. Ist ein zweiter Hund vorhanden, dürfen beide zur Abwechslung auch mal im Tandem eingespannt laufen.
Das Geschirrtraining wird mit Rücksicht auf die Außentemperaturen behutsam bis auf Renndistanz gesteigert. Zum Kraftaufbau lässt man den Vierbeiner bergauf oder dosiert gegen die Bremse laufen - darauf achten, dass er im Galopp bleibt - Pausen einlegen. Weiterhin nimmt das freie Bewegen ohne Geschirr einen großen Raum im Gesamtumfang des Trainings ein, hier soll der Hund auch Teilstrecken im höheren Geschwindigkeitsbereich (über 30 km/h) laufen.

Wichtig:

Grundausbildung als Begleithund

Besuch eines Nordicmushing- oder Better Mushingseminars!

Besonders für Einzelhunde: Abwechslung, z.B. Breitensport oder Agility

Junghunde langsam und spielerisch an den Nordicstylesport heranführen. Das Gespräch mit erfahrenen Sportlern suchen.

Immer mit positiver Verstärkung (Lob und Freundlichkeit) arbeiten, Negativstress vermeiden.

Das Erlernte durch Wiederholungen stabilisieren und erst dann neue Ziele angehen.

Trainingsumfang und -häufigkeit nur langsam steigern.

Training immer so gestalten, dass der Hund nicht überfordert wird, nur so bleibt er mit Freude bei der Sache.

Beim Geschirrtraining/im Renneinsatz immer auf leichte Zugbelastung der Verbindungsleine achten.

Geschirrfreies Training!

Nur einwandfreie Sport- u. Trainingsgeräte benutzen

Nur mit gesunden, motivierten Hunden Sport aktiv werden

Im Training, wie im Wettkampf auf optimale Flüssigkeitsversorgung des Hundes achten

Den Hund niemals mit dem Bike hetzen

Der Hund bestimmt das Tempo

HB

heinz l. hammer-biehl
ph: +49-6235-98797


Hallo Nordicstyler

Viele wird es freuen, einige werden es nicht verstehen, aber nun ist es soweit:

Der DSSV veranstaltet ab dieser Saison offizielle Off-Snowrennen.

Für uns Nordicstyler kommen natürlich vorzugsweise die Klassen Canicross, Bike und Roller infrage. Nachfolgend eine Übersicht in Stichpunkten.

Klassen für 1-2 Hunde:
Canicross, Läufer mit Hund
Dogbiking, B1, B2 (1-2Hunde)
Roller, R1, R2

Die Rennen werden nach ESDRA-Regelement ausgetragen. Die Unterlagen findet ihr auf den ESDRA-Seiten im Internet, eine deutsche Übersetzung ist in Arbeit.

Für die Bikeklassen gilt weiterhin die im DSSV schon vor Jahren beschlossene Begrenzung des Pedalzahnkanzes auf max. 36 Zähne.

Analog zu den Schneerennen gibt es eine Rangliste, Ranglisten- und Qualifikationsrennen, nationale und internatinale Meisterschaften.

Für die Wertung in Rangliste und bei Meisterschaften, sowie für Qualifikationen ist die Mitgliedschaft in einem DSSV-Verein und eine gültige DSSV-Mushermarke Voraussetzung. Die Mushermarke gilt für alle Rennen einer Saison (Off-Snow u. Schnee). Die ab dieser Saison obligatorische BM-/Nordicmushinglizenz wird für den Off-Snowbereich erst 2007 Pflicht.

Starter ohne Vereinszugehörigkeit oder ohne gültige MM werden nur im jeweiligen Rennen gewertet.

Es gelten die die DSSV/ESDRA-Rennregularien: Rennleiter, Rennordnung, Tierschutz, Veterenärbestimmungen, Strecken- u.Temperaturregelungen.

Einzelheiten folgen schnellst möglich im HUSKY und auf den Internetseiten.

Mit dieser Neuerung ändert sich auch unsere Vorbereitung auf die Saison. Die Herbstrennen stehen nicht mehr als Vorbereitung zur Verfügung. Es sind Wettkämpfe und es kommen nur entsprechend ausgebildete Teams an den Start. Mit Sicherheit wird sich eine Gruppe von Aktiven herausbilden, die überwiegend bei Off-Snow Rennen starten wird.
Für uns alle gilt:
Ganz gleich ob als Läufer, mit Rädern oder im Winter auf Skiern, im Mittelpunkt unserer sportlichen Aktivitäten muß ohne wenn und aber das verantwortliche Handeln gegenüber unserem Partner Hund stehen.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Sport mit und ohne Hund
Heinz L. Hammer-Biehl/DSSV Nordicstyle


- NORDICSTYLE NEWS - NORDICSTYLE NEWS -

am 12. Juni 2004 hat die ESDRA auf ihrem Kongress in Prag auf Antrag aus Frankreich mit großer Mehrheit beschlossen, die Europameisterschaften in den Nordicstyle Klassen, wie folgt durchzuführen:

1. Tag Kombination (Pulka u. Skijöring), wie bekannt

2. Tag Skijöring, 1-Hundeklasse(S1), Junioren und Senioren, getrennt in Damen und Herren. Junioren 8-12 km, Senioren 12-18 km, in den Seniorenklassen müssen die Hunde mind. 18 Monate alt sein.

3. Staffelrennen, wie bekannt

Die Änderung betrifft ESDRA-Reglement Part IV sec.2/§ 17.3.2

die Klassen S2 und P2 sind somit nicht mehr im EM-Programm/Sprint. Diese Klassen sollen künftig in die Mitteldistanz-EM eingebunden werden.

Europacup- und nationale Rennen sind von der Änderung nicht betroffen.

Der im vergangenen Jahr vom DSSV an den ESDRA-Kongress gestellte Antrag in beiden Skijöringklassen (S1 u. S2) den EM-Titel/Sprint zu vergeben, fand leider keine Mehrheit.

H.L.Hammer-Biehl/DSSV-Nordicstyle



SKIJÖRING AM SÄNTIS „Die Geschichte“

Skijöring am Säntis, „wo alles begann“, ein kleiner Anlass, der viel bewegt hat. Ohne das Skijöring am Säntis würde es heute in Mitteleuropa noch kein Skijöring geben.

Seit 1989, als Pulkasportler in Langlauf mit Hund vernarrt, trainierte ich oft ohne Pulka, nur mit einem Gummiseil, denn mit der Pulka auf normalen Loipen, da war das Risiko doch etwas hoch. Oft wurde ich auch angesprochen, was ich denn da mache mit meinem Hund und ob das jeder Hund machen könne.

Im Sommer 1993 traf ich dann die Entscheidung, ein Skijöring-Rennen zu organisieren, denn Skijöring gab es in Mitteleuropa noch nicht.
Meine Vision - damals wie auch heute noch - war immer, den vielen Einzelhundebesitzern zu zeigen, wie mit wenig Aufwand und mit dem eigenen Haushund Wintersport betrieben werden kann. Ich wollte es aber nicht nur zeigen, sondern wollte allen Interessierten die Möglichkeit bieten, Skijöring auf einer Loipe für Hunde zu probieren.

In den ersten Jahren hatte ich einen schweren Stand - auch gegen einige Verbände, die nichts zu tun haben wollten mit so einem „JEKAMI“ Anlass. Aus der Pulkaszene musste ich oft hören, dass ich den Pulkasport zu Grunde richte. Das Gegenteil war aber der Fall. Einige von denen, die heute oder bis vor kurzem aktiv im Pulkasport sind, haben auf der Schwägalp erstmals ein Langlaufrennen mit Hund bestritten. Erst seit an verschieden Orten Skijöring mit 2 Hunden durchgeführt wird, geht es nun mit der Pulkaszene ganz dem Ende entgegen. Denn mit 2 Hunden ist es einfacher für den Läufer. Aus diesem Grunde sage ich immer, dass das Skiliftfahren ist und kein Langlauf. Auch ich habe manchmal beim Training zwei Hunde dabei, mit denen ich sehr viel Erfolg hatte. Zum Skijöring vorgespannt hat das aber nichts mit Rennen zu tun. Und für mich ist der Pulkasport heute noch das höchste, aber dann muss Mann oder Frau auch wirklich gut trainiert sein und die Langlauftechnik beherrschen.

Nach wenigen Jahren merkten dann auch die Verbände langsam, dass Skijöring eine interessante Kategorie wäre. Und diese Disziplin wurde immer mehr in die Schlittenhundrennen integriert.

Mit dem Skijöring am Säntis wollte ich immer den Sport fördern und habe auch einiges bewegt und organisiert. Die Kasse des Skijöring am Säntis bezahlte Weiterbildungsangebote des SMV bei Herbst und Wintertrainings. So konnten den Sportlern, egal wie gut sie waren, Möglichkeiten geboten werden, für die der Schweizer Verband nicht das Geld gehabt hätte. Gleichzeitig waren auch immer die Sportler des Deutschen Verbandes dazu eingeladen, denn ich habe immer gerne mit den DSSV Leuten zusammengearbeitet. Ein Werbevideo zum Thema Skijöring auf der Schwägalp wurde in Auftrag gegeben und konnte oft gezeigt werden, denn es zeigt Skijöring von der schönsten Seite: „3 Minuten voller Aktion“.

Zusammen mit meinem Sportkollegen H.-L. Hammer-Biehl entstand sogar für drei Jahre ein Internationaler Skijöring-Cup, den Heinz als Vorstandsmitglied des DSSV organisierte. Ich half, wo ich konnte. Die Krönung war dann das Finale jeweils auf der Schwägalp.

10 Jahre habe ich nun gekämpft für eine Vision und zum Teil ist sie auch Wirklichkeit geworden. Skijöring ist heute eine Kategorie bei fast allen Schlittenhunderennen und es werden sogar Weltmeistertitel vergeben – „leider“.

Aber bis heute gab es noch kein Rennen für die Skijöringsportler, an dem die Teilnehmerzahl nur annähernd die des Skijöring am Säntis erreichte.

In den letzten zwei Jahren hatte ich immer mehr Motivationsprobleme für die Organisation des Rennens. Einerseits war es jedes mal eine Freude zuzusehen, wenn alles am Rennen klappte und eine gute Stimmung auf dem Platz herrschte. 2003 konnte ich sogar beweisen, dass auch bei uns in Mitteleuropa 2 Runden gelaufen werden können, wenn es richtig organisiert wird. Und das, obwohl ich bis zum Rennen einige böse Worte hören musste.

Leider hat sich - nach meiner persönlichen Meinung - auf der Ebene der ESDRA und der IFFS aus sportpolitischen Gründen Einiges in die total falsche Richtung bewegt. Denn diesen Leuten geht es nicht um das Fördern und um das richtige Aufbauen einer noch sehr jungen Sportart, sondern einzig um reines Spektakel und Pokale. Ich möchte den Leuten, die immer nur für die eigene Nase gefordert und aufbegehrt haben, hiermit sagen: Schaut, was ihr mit der ewigen Meckerei und der Forderung nach mehr Hunden nun erreicht habt. Fordern und meckern ist bequemer, als handeln und etwas bewegen. Skijöring verkommt wieder zu einem reinen Grüppchensport ohne die Perspektiven, größer und bekannter zu werden - nicht nur in der Schlittenhundeszene, denn die ist sowieso viel zu klein. Meine Vision war immer Langlauf mit einem Hund über eine relativ kurze Strecke. Und so wurden wir auch immer mehr von den Langläufern akzeptiert. Nur so werden totale Anfänger motiviert, um das auch einmal zu probieren. Und genau diese Gruppe braucht jede Sportart, auch wenn ich schon erklärt bekam, dass das nicht so sei. Aber ohne große Grundbasis gibt es keine richtige Spitze für die Zukunft und schon gar keine Rennen. Denn nur mit einer Handvoll Teilnehmern kann heute kein Rennen mehr organisiert werden. Jedes Rennen kostet und die Startgelder der Teilnehmer sind lebenswichtig für einen Anlass, auch wenn sie meist nur 20-30% der tatsächlichen Kosten decken.

So ist es nun soweit. Ich bin kampfesmüde geworden und die Motivation ist auch verschwunden. Nach langem Überlegen und Abwägen habe ich mich entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen.

Das Skijöring am Säntis ist Geschichte

Ich möchte mich bei allen von Herzen bedanken, die mich in den letzten 10 Jahren unterstützt hatten, die sehr treuen Partner, Inserenten, Sponsoren und die Säntis Schwebebahn AG, die uns immer gerne beherbergte und eine optimale Infrastruktur zur Verfügung gestellt hatte.
Und natürlich danke ich auch meiner Mannschaft auf dem Platz vom SC Brunnadern. Ganz spezieller Dank geht an Iris Zürcher, Oskar Staudenmeier, Ernst Müller und Heinz Ludwig Hammer-Biehl mit ihren Partnern, die mir immer - ohne große Worte zu verlieren - zur Hand gingen.
Ich beschränke mich nun auf leichtes Langlaufen mit Hund und - wenn es die Gesundheit zulässt - evtl. wieder einmal ein Rennen. Aber vor allem möchte ich wieder die Woche Ferien, die ich für die Organisation des Rennens brauchte, für mich genießen.

Alle, die einmal dabei waren, haben gute Erinnerungen an das schöne Rennen am Fuße des Säntis, dem Wahrzeichen der Ostschweiz.

Arnold Zürcher


nordicstyle –info

hallo sportfreundinnen,
hallo sportfreunde,

wie ihr wisst, tagte am 15. juni in bratislava der esdra-congress. dort wurde wie von der ifss vorgemacht die sogenannte kombination (skijöring u. pulka am gleichen tag mit gleichem hund) eingeführt. somit wird es bei internationalen titelkämpfen vorerst keine separate wertung in der klasse s1 geben.

em-klassen: kombination, s2, p2, staffel

ich bin der meinung, hier zeigen die skandinavischen antragsteller wieder einmal ihr eigentliches gesicht – sie sehen offensichtlich nur ihre eigenen interessen. für die weitere sportliche entwicklung des skijörings in mittreleuropa ist diese esdra-entscheidung mit sicherheit nicht förderlich. Deshalb hatte ich für den dssv bei der versammlung in bratislava den antrag gestellt, die klasse s1 bei europameisterschaften neben der kombination, eigenständig zu werten und einen titel zu vergeben. der antrag wurde von frankreich und der schweiz unterstützt, aber nach einigen diskussionen mit den skandinavischen delegierten erst mal abgelehnt. das esdra-board will das weitere geschehen beobachten und unser anliegen entsprechend unterstützen, wenn sich in zukunft zeigt, dass die klasse s1 genügend starter bieten kann. es liegt nun an uns, skijöring mit einem hund zu unterstützen. nur über das skijöring mit einem hund können wir die grosse zahl der langlaufbegeisterten einzelhundebesitzer für unseren sport erreichen - mit sicherheit würden auch die pulkaklassen davon profitieren.

die realität in mitteleuropa ist momentan eine andere. schon seit jahren verstärkt sich der trend, weg vom pulkasport hin zum skijöring. der hohe gesamtaufwand macht den tollen pulkasport für viele potenzielle neueinsteiger uninteressant, aber auch die aufsplitterung der wenigen pulkisten in die zu vielen verbände, zu dem die unterschiedlichen rennregeln, behindern eine positive entwicklung.
ohne unterstützung aus den verbänden (gemeinsame starterfelder, einheitliches regelwerk - national wie international) werden die pulkaklassen in mitteleuropa bestenfalls als nieschensport überleben.
wenn wir einen breit angelegten und international konkurrenzfähigen nordicstylebereich fördern wollen, d.h. wir öffnen uns nach aussen, müssen wir auch darüber nachdenken, künftig wie im nordischen skisport üblich 1-tagesrennen an zubieten. Aus meiner sicht bedeutet die öffnung nach aussen auf keinen fall das einrichten von entsprechenden hundepools für pokalorientierte ehemalige kaderlangläufer, sondern das zugehen auf langlaufbegeisterte einzelhundebesitzer.

nur aus einer breit angelegten basis heraus kann sich dauerhaft leistungssport entwickeln.

nach beratung mit dem dssv-fachausschuss nordicstyle und gesprächen mit unserem sportwart habe ich dem dssv-verbandsausschuss vorgeschlagen unsere rennordnung nicht zu ändern.
um die einsteigerklasse s1 nicht schon auf der nationalen ebene abzuwürgen wird der dssv bis auf weiteres wie folgt verfahren:

• die jetzige klasseneinteilung wird beibehalten.
• bei kleinen starterfeldern können einzelne klassen zusammengefasst werden, s. dssv-rennordnung
• wm/em-qualifikationsmöglichkeiten für die kombination gibt es bei der deutschen meisterschaft und einem weiteren quali-rennen.
• deutsche meisterschaften: titelvergabe in den klassen kombination, s1, s2, p1, p2 - entsprechendes teilnehmerfeld vorausgesetzt, s. dssv-rennordnung
• die kombination wird aus organisatorischen gründen an 2 tagen ausgetragen. die „kombinierer“ starten in den feldern s1 u. p1, werden aber getrennt gewertet. für die wm/em-teilnahme kann das kein großer nachteil sein, denn jeder „kombinierer" muss den wm/em-wettkampf schon im training simulieren..

bitte beachtet die veröffentlichungen zum thema europameisterschaften/kombination im husky und im internet.

für die kommende saison wünsche ich euch sportlichen erfolg und spaß mit euren hunden
heinz hammer-biehl/dssv-nordicstyle