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Ist die Verletzung verunreinigt, sollte sie gespült werden. Dazu läßt sich notfalls auch lauwarmes Wasser verwenden. Hat man keine Möglichkeit der Reinigung, sollte der Musher darauf achten, daß keine weiteren Verschmutzung oder Verunreinigung auftreten kann.
Gerade durch Bißverletzungen werden Haare tief in die Wunde hineingebracht. Zusammen mit dem ausgetretenen Blut trocknen sie oft wie eine Kruste auf und begünstigen so eine bakterielle Infektion.
Deswegen sollte man versuchen, die Haare zu scheiteln oder mit der Schere aus der Umgebung der Verletzung zu entfernen.
Offene Wunden sollten mit Verbänden abgedeckt werden.
Der Musher kann so die Wunde vor weiterer Verschmutzung schützen. Je nach Art der Verletzung kann der Verband eine blutstillende Wirkung haben. Außerdem stützt er die verletzte Gliedmaße und schränkt die Bewegung ein. Wird der Verband falsch angelegt, kann die Durchblutung behindert werden. Dies führt zu einer verzögerten Wundheilung und zum Auslösen von Schmerzen.
Ein normaler Wundverband besteht aus drei Schichten:
1. Schicht:
Sie liegt direkt auf der Wundoberfläche. Sie sollte mit dieser nicht verkleben, nicht fusseln und für Wundflüssigkeit durchlässig sein.
Geeignet ist sterile Wundgaze oder Rondopad oder ein sauberes Stofftuch.
2. Schicht:
Diese Schicht polstert den Verband und macht ihn bequem. Sie sollte aus saugfähigem Material bestehen, so daß Blut oder Wundsekret aufgesogen und die Verletzung selber trocken gehalten werden kann. Außerdem sorgt die Polsterung für eine schonende Ruhigstellung der Gliedmaße oder des Rumpfes.
Bei Verletzungen im unteren Pfotenbereich erscheint es sinnvoll, die betreffende Pfote mit einzubinden, wobei der Zwischenzehenbereich und Knochenvorsprünge gut mit Watte abgepolstert werden, um Druckstellen zu vermeiden. Anschließend wird die Polster- oder Verbandwatte in zirkulären Touren um die betreffende Gliedmaße gelegt und von unten nach oben gewickelt.
3. Schicht:
Die äußere Schicht wird am besten mit selbsthaftenden elastischen Binden und Textilklebeband, Tesakrepp oder Isolierband angelegt. Diese Schicht stabilisiert den Verband, er hält besser und die Wunde wird vor Nässe und Schmutz geschützt. Außerdem kann ein Bootie übergezogen werden.
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2. Frakturen
Zu Knochenbrüchen kommt es häufig im Zusammenhang mit Unfällen oder Stürzen, bei Beißereien, ein führerloses Team verfängt sich in Bäumen und es kommt zum Sturz. Knochenbrüche sind nicht einfach zu erkennen, wenn es sich um geschlossene Brüche ohne Verletzung der äußeren Haut handelt.
Der Hund kann die Gliedmaße extrem schonen oder aber auch noch vorsichtig belasten. Die sich zeigende Symptomatik ist abhängig von der Lage und der Art der Fraktur. Der Hund kann eine starke Blutung in den umgebenden muskulären Bereich haben, und sich ebenfalls auch im Schockzustand befinden.
Auch in diesem Falle muß der Musher nach der genannten Einstufung handeln, um eine schnelle Hilfe zu garantieren. Ihm verbleibt die Aufgabe, dem Hund einen Verband anzulegen und seinen Hund dem Tierarzt vorstellen.
Die Aufgabe des Verbandes bei Knochenbrüchen ist
a) die Wundabdeckung)
b) Schutz vor Verschmutzung)
bei offenen Frakturen
c) Stabilisierung der Gliedmaße, der Bruchstücke
d) Ruhigstellung des betroffenen Bereiches
e) Schmerzlinderung durch Ruhigstellung.
Für derartige Verbände wird besonders viel Polsterwatte verwendet. Diese wird durch feste Lagen und elastische Binden stabilisiert.
Besonders zu beachten sind offene Frakturen. Hier liegt der Knochen frei und ist einer großen Infektionsgefahr ausgesetzt. Eine offene Fraktur ist immer ein dringender Notfall und sollte sofort dem Tierarzt vorgestellt werden, wohingegen gedeckte Frakturen ohne Schocksymptome nicht so dringlich sind und als weniger dringender Notfall unter Umständen auch noch am nächsten Tag tierärztlich versorgt werden kann
3. Verrenkungen
Verrenkungen oder Luxationen können beim Schlittenhund nach Unfällen oder Stürzen, durch Treten in Schneelöcher, Ausrutschen auf eisigem Trail, aber auch durch eine ungeeignete Anspannung, u. ä. auftreten.
Dabei kann die Gelenkkapsel einreißen, und die Knochen im Gelenkbereich können ihre Position zueinander verändern. Besonders betroffene Gelenke sind das Hüftgelenk, das Karpalgelenk und das Ellenbogen- und Schultergelenk.
Verrenkungen sind sehr schmerzhaft und bedürfen einer Reposition durch den Tierarzt und zählen zu den schweren Notfällen, wenn sie mit einem Schock vergesellschaftet sind.
Verletzungen bei Schlittenhunden im Pfoten-, Gelenk- und Muskelbereich und Erste-Hilfe-Maßnahmen werden im Folgenden gesondert abgehandelt.
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4. Augenverletzungen
Auftretende Augenverletzungen sind Hornhautverletzungen durch Fremdkörper wie Pflanzenteile oder durch Beißereien,
Fremdkörper oder Verätzungen sind dringende Notfälle, die unverzüglich tierärztlich behandelt werden müssen.
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5. Ohrverletzungen
Ohrverletzungen sind oft die Folge von Bißverletzungen. Diese Verletzungen sind sehr schmerzhaft und bluten meistens sehr stark, sind aber selten gefährlich.
Ohrwunden werden vom Grundsatz her wie andere Wunden versorgt. Zur Blutstillung wird ein Verband angelegt, indem mittels einer elastischen Binde beide Ohren flach und fest an den Kopf gewickelt werden, so kann der Hund nicht mehr mit den Ohren schütteln und die Blutung kommt zum Stehen.
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Das ABC-Schema der Wiederbelebung
A = Atemwege (1. Schritt: überprüfen, ob die Atemwege frei sind)
Kann man keine Atemzüge mehr feststellen, verbringt man den Hund in die rechte Seitenlage, öffnet seinen Fang und zieht die Zunge nach vorn. Mittels der Finger und der Augen wird kontrolliert, ob die Maulhöhle, bzw. der Rachenraum frei sind. Vorhandene Fremdkörper, bzw. Erbrochenes müssen unverzüglich entfernt werden.
B = Beatmung (2.Schritt: beatmen)
Den größten Erfolg erzielt man mit der Mund-zu-Nase-Beatmung. Dabei wird der Kopf des Hundes gestreckt, der Fang geöffnet und die Zunge gerade nach vorn gezogen. Anschließend wird der Fang so dicht wie möglich geschlossen und durch die Nase beatmet. Dabei muß man möglichst die ganze Nase des Hundes umfassen. 1-2-3- alle 3 Sekunden wird Luft in die Nase des Hundes geblasen (aus hygienischen Gründen kann man ein Tuch dazwischenlegen).Es ist darauf zu achten, daß sich der Brustkorb des Hundes nur heben und nicht aufwölben soll. In dem Moment, in dem der Hund eigenständig zu atmen beginnt, ist die Beatmung sofort zu beenden.
C = Circulation (Herz-Kreislauf )
Kann ich bei meinem verunglückten Hund keinen Herzschlag mehr feststellen, muß unverzüglich mit der Herzmassage begonnen werden.
Der Hund wird mit gestrecktem Kopf in die rechte Seitenlage verbracht und seine Zunge weit hervorgezogen. Man selber kniet hinter dem Rücken des Hundes und legt seinen linken Handballen hinter den linken Ellenbogen auf den Brustkorb des Hundes.
Anschließend umfaßt die rechte Hand die Linke. Mit durchgedrückten Armen wird in kurzen Stößen im Wechsel auf den Brustkorb gedrückt (ca. 4 cm Hub)und beatmet.
Bei einem kleinen Hund umfaßt man in Rückenlage auf Höhe der 5. Rippe mit Daumen und Zeigefinger und drückt eigenständig (ca. 1-2 cm Hub).
Der ablaufende Rhythmus sind 10 Herzmassagen wechseln sich mit 2 Beatmungen ab. Wichtig ist, daß weder eine Herzmassage bei schlagendem Herzen, noch eine Beatmung bei Spontanatmung durchgeführt werden darf (kontrollieren des Pulses zwischen den Massagen, wenn Herzschlag eingesetzt hat, Überprüfung der Atmung).
Wenn nach 10 Minuten Wiederbelebung der Herzschlag noch nicht wieder eingesetzt hat, ist der Hund nach den Erfahrungen nicht mehr zu retten.
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